Chronologie der Computergrafik

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Erstellt: 23-Okt-2005

Chronologie der Computergrafik:

1623 Konstruktion der ersten urkundlich nachweisbaren und funktionsfähigen Rechenmaschine durch Wilhelm Schickard in Tübingen.
1941 Z3 von Konrad Zuse: Erste programmgesteuerte, voll funktionsfähige Rechenmaschine; 2.000 Relais.
1945 ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Computer): Erster kommerzieller elektronischer Rechner.
1950er Erste Nadeldrucker und Kathodenstrahlröhren-Bildschirme.
Erste Animation eines »springenden Balls« durch Jay W. Forrester am MIT auf einem Oszilloskopen.
Electronics Abstractions und Oscillons: Erstmals Verwendung elektronischer Rechenanlagen durch Ben F. Laposky, um analoge Grafiken zu erstellen.
1951 UNIVAC I von J. Presper Eckert und John W. Mauchly: Erster elektronischer Universalrechner, zugleich erster serienmäßig hergestellter Computer; 5.600 Röhren, 18.000 Dioden, 300 Relais, Taktfrequenz 2,25 MHz.
1955 TRADIC von Bell Telephone Laboratories: Erster Transistor-Rechner; 800 Transistoren, 11.000 Germanium-Dioden.
1957 Weltweit sind rund 1.300 Computer im Einsatz.
1960 PDP-1 (Programmed Data Processor) von DEC.
1961 Sketchpad: Programm zum Erstellen von Grafiken mit Lichtgriffel und Tastatur, entstanden im Rahmen einer Dissertation von Ivan Sutherland am MIT.
Weltweit sind rund 7.300 Computer im Einsatz.
1963 IBM System/360: Erste »Computer-Familie« mit integrierten Schalt- und Steuerelementen; »Mit dieser ersten 'Computer-Familie' wurden praktisch alle anderen Computer schlagartig altmodisch« (Willim 1989: 650).
Weltweit sind rund 16.500 Computer im Einsatz.
1970 Aurora: Erstes 23-Video-Grafik-System.
1971 Intel 4004: Erster Mikroprozessor der Welt, konstruiert von Ted Hoff; Beginn der LSI-Schaltungen.
Die NASA setzt ein 3D-Grafik-System der Firma Genigraphics ein.
1972 Erste Belichtung einer Computertomographie (VT) auf Film (CT Head Scan).
1973 Erste SIGGRAPH-Tagung (Special Interest Group in Graphics) der Association for Computing Machinery (ACM).
1974 Intel 8080: Der Universal-Mikroprozessor aus 4.500 elektronischen Bauelementen bildet die Grundlage der ersten erfolgreichen Personal Computer (Altair 1975; Sol, 1976).
1975 Gründung der Firma Microsoft durch Paul Allan und William Gates.
Altair 8800: Personal Computer, basierend auf einem Bauplan in der Zeitschrift Popular Electronics; erster Mikro-Computer-Bausatz der Welt, gilt als Auslöser der PC-Revolution.
Vorstellung der ersten 3D-CAD-Programme (Computer Aided Design).
1976 Im Film Futureworld wird zum ersten Mal eine Computergrafik verwendet: Das animierte Drahtgittermodell einer Hand.
Gründung der Firma Apple durch Steven Jobs und Steve Wozniak.
SOL von Processor Technologies: Erster kompletter Personal Computer (PC) mit Tastatur, Bildschirm und Kassettenanschluss.
1977 TWEEN von Edwin Catmull: System zum produziereren computer-generierter Zeichentrickfilme.
1978 Intel 8086: Erster 16-Bit-Chip.
Gründung der Computeranimations-Firma Digital Effects in New York.
Gründung der Abteilung Lucasfilm Computer Graphics Group bei George Lucas' Firma Lucasfilm; Entwicklung des Pixar Image Composer.
1980 IBM PC: mit Intel 8088, einem 8-Bit-Prozessor.
SIGGRAPH: Vorführung von Ausschnitte aus dem Forschungs- und Filmprojekt »The Works« vom NYIT.
EUROGRAPHICS: Erste wissenschaftliche Konferenz für europäische Computer-Grafik-Spezialisten.
Quantel DPB 7001: Digitale Paintbox für den Fernseh- und Videoeinsatz.
Gründung von Pacific Data Images (PDI) durch Carl Rosendahl in Sunny Vale.
1981 Einführung des CGA-Standards durch IBM; Auflösung 320x200 Pixel, vier Farben.
Gründung durch Silicon Graphics durch James Clark in Moutain View; Entwicklung von Grafik-Workstations.
1982 Der Film Tron enthät rund 15 Minuten Computeranimation.
Intel 80286: rund 135 Transistoren.
Gründung der Firma Number Nine durch Andrew Najda und Stan Bialek; Entwicklung von 16-Farben-Grafikkarten für Apple-Computer und PCs.
Gründung von Omnibus Computer Graphics in Toronto.
Gründung der Compaq Computer Corporation durch Rod Canion, Bill Murto und Jim Harris.
1983 Gründung der Thinking Machines Corporation durch Daniel Hillis; Entwicklung des Parallel-Rechners Connection Machine.
Gründung der Firma Alias Research durch Steve Bingham, Nigel McGrath, Susan Mc Kenna und David Springer in Toronto; Entwicklung einer einfach zu bedienenden 3D-Grafiksoftware.
1984 Cindy Goral entwickelt das Radiosity-Verfahren.
Apple Macintosh: Erster erfolgreicher Personal Computer mit grafischer Benutzeroberfläche (Graphical User Interface, GUI).
Gründung der französischen Firma Thomson Digital Image (TDI).
Gründung der Firma Wavefront durch Larry Barels, Bill Kovacs und Mark Sylvester in Santa Barbara.
IBM AT: Personal Computer mit Festplatte und Intel 80286 CPU.
1985 Vorstellung der ersten CAD-Programme für Personal Computer.
»Brilliance« (»Sexy Robot«): Computergenerierter Werbespot von Abel & Associates, Ausstrahlung während des 17. Super-Bowl-Spiels.
Gründung von The Lab in Frankfurt: Erstes auf Computergrafik spezialisiertes deutsches Unternehmen (Konkurs 1987).
1986 Übernahme der Lucasfilm-Abteilung Pixar durch Steven Jobs und andere; Ausgründung zu einem selbständigen Unternehmen. Noch in demselben Jahr wird der vollständig am computergeneriertes Pixar-Kurzfilm Luxo Jr. für einen Academy Award nominiert.
1987 IBM PS/2: PC-Familie mit Produkten vom einfachen Büro-PC bis zur leistungsfähigen Workstation.
Behaviour Animation: Neues Forschungsgebiet der Computeranimation, bei der Bewegungsstudien einzelner Individuen analysiert und durch KI-Systeme verarbeitet werden; Verwendung beispielsweise im CA-Film Stella & Stanley von Symbolics und Whitney/ Demos Productions.
Commodore Amiga 2000: Heim-/ Personal-Computer mit Stärken im Grafik- und Videobereich.
Apple Macintosh II mit Motorola 68020 CPU.
1988 NeXT: Vorstellung einer UNIX-basierten Workstation durch Steven Jobs.
1989 Intel 80486: rund 1,2 Millionen Transistoren.
1990 Microsoft Windows 3.0: Betriebssystemaufsatz für MS-DOS mit grafischer Benutzeroberfläche (GUI).
Kooperation zwischen Alias Research und ILM.
NewTek bringt den Video Toaster für US-$1,595,- auf den Markt, eine leistungsfähige Videokarte für den Amiga, die u.a. bei der Produktion der Fernsehserien Sea Quest DSV und Spacecenter Babylon 5 eingesetzt wurde.
Der Spielfilm Terminator 2: Judgment Day (USA 1991) setzt neue Standards im Bereich der fotorealistischen Computer Generated Imagery (CGI).
1993 OpenGL trägt erheblich zur Standardisierung und damit der Verbreitung von 3D-Computergrafik bei.
Wavefront übernimmt Thomson Digital Image (TDI).
Gründung von Digital Domain durch IBM, James Cameron, Stan Winston und Scott Ross in der Nähe von Los Angeles.
ILM kooperiert mit Silicon Graphics Inc. und gründet JEDI (Joint Environment for Digital Imaging); ILM erhält Zugriff auf die aktuelle SGI-Hardware.
Jurassic Park (USA 1993): Meilenstein der fotorealistischen Computer Generated Imagery (CGI) im Film.
Intel Pentium-Prozessor.
1994 Power PC 601: Neue Prozessorgeneration von IBM, Motorola und Apple.
Microsoft übernimmt Softimage für 130 Million US-Dollar.
Hollywoord-Blockbuster sind geprägt durch CGI-Effekte, z.B. Forrest Gump und The Mask.
1995 Toy Story von Pixar: Erster abendfüllender und vollständig in 3D-Computeranimation erstellter Spielfilm.
Sony bringt weltweit die Spielekonsole Playstation auf den Markt; die Konsole enthält eine GPU mit einer 3D-Grafikleistung von 360.000 Polygonen pro Sekunde.
1996 Independence Day (USA 1996) enthält große Anteile von computergenerierten visuellen Effekten.
ID Software bringt den Ego-Shooter Quake auf den Markt; das Computerspiel bietet 3D-Computergrafik und zahlreiche Hersteller bringen in der Folgezeit hardwarebeschleunigte Grafikkarten für PCs auf den Markt.
1997 The Lost World: Jurassic Park (USA 1997): Die Fortsetzung des Hollywood-Blockbusters Jurassic Park bringt verbesserte CGI-Effekte. Weitere VGI-geprägte Films sind Starship Troopers, The 5th Element, Men in Black und Titanic.
3DFX bringt die hardwarebeschleunigte Voodoo 3D-Grafikkarte auf den Markt.
ID Software brint Quake 2 auf den Markt.
1998 Avid übernimmt Softimage von Microsoft.
1998 Zahlreiche Hollywood-Blockbuster setzen CGI-Effekte ein, ohne jedoch neue Standards zu setzen: Godzilla (USA 1998), Armageddon, Deep Impact sowie die beiden vollständig computeranimierten Spielfilme Antz und A Bug's Life (USA 1998).
Der PC-Grafikbeschleuniger Voodoo 2 kommt auf den Markt; der erste Konkurrent ist TNT von nVidia. Die Ego-Shooter Unreal und Half Life kommen auf den Markt..
1999 Star Wars: Episode I - The Phantom Menace (Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung) soll zu 95 Prozent digital bearbeitet worden sein. Weitere CGI-geprägte Produktionen sind The Matrix und Toy Story 2.
Erstmals schlängt der nVidia-Chip TNT2 die Grafikleistung von der 3DFX-Chips Voodoo 2 und Voodoo 3. nVidia führt die GPU (Graphics Processing Unit) GeForce 256 am Markt ein, die erstmals hardwareunterstütztes Transform & Lightning bietet. Weitere hardwarebeschleunigte PC-Grafikkarten kommen auf dem Markt: Matrox G400, ATI Rage Fury Maxx, S3 Savage 2000. Quake III kommt auf den Markt.
2000 nVidia übernimmt Teile von 3DFX.
2001 Nintendo bringt in Japan den Gamecube auf den Markt ( www.nintendo.com) .

Literatur

Hans H. Hiebel, Heinz Hiebler, Karl Kogler, Herwig Walitsch: Große Medienchronik. München: Fink 1999.

Bernd Willim: Leitfaden der Computer Grafik. Visuelle Informationsdarstellung mit dem Computer. Grundlagen, Verfahren, Einsatzbereiche. Berlin: Drei-R-Verlag 1989 - hier insbes. Kap. VIII. »Historische Entwicklung«, S. 633-691.

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Siehe auch

Netmarks

Wayne Carlson: A Critical History of Computer Graphics and Animation,

accad.osu.edu/~waynec/history/lessons.html (englischsprachig).

Daniel Sevo et al.: History of Computer Graphics,

hem.passagen.se/des/hocg/hocg_1960.htm (englischsprachig).