Visual Effects - Filmbilder aus dem Computer ist ein Sachbuch von Barbara Flückiger aus dem Jahr 2008.
Am computergenerierten Filmbild und seinen kulturellen Auswirkungen scheiden sich die Geister. Tatsache ist jedoch, dass digitale Visual Effects ein maßgebliches Element der zeitgenössischen Filmproduktion bilden. Längst entstehen im Computer nicht mehr ausschließlich exotische Monster, sondern auch komplexe Visualisierungen von verborgenen Dimensionen, von Gedanken und Vorstellungsbildern. Ganze Universen werden nun digital konstruiert und sogar menschliche Figuren künstlich erzeugt.
Wie kaum eine andere technische Entwicklung hat die Transformation des Films von einem analogen zu einem hybriden, analog-digitalen Medium einen tief greifenden Wandel in Gang gesetzt – in seiner Bedeutung möglicherweise vergleichbar mit dem Umbruch vom Stumm- zum Tonfilm. Visual Effects. Filmbilder aus dem Computer vermittelt Einblick in sämtliche Stadien der Entstehung computergenerierter Szenen: Modellieren, Materialisieren, Animation, Beleuchtung, Rendern und Compositing.
Die Autorin untersucht den historischen Verlauf der Innovation und diskutiert die Differenz zu herkömmlichen Methoden der Bildgestaltung. Gestützt auf die Analyse zahlreicher Filme befasst sie sich außerdem mit den ästhetischen und narrativen Aspekten dieser neuen Technologien.
Wissenschaftler des Instituts für Computergraphik der Technischen Universität Braunschweig entwickeln eine neue Methode, den Rundum-Kamerafahrt-Effekt (›Freeze Shot‹) mit Hilfe von 3-D-Modellierung und modernen Algorithmen zu vereinfachen.
Bekannt wurde diese Aufnahmetechnik durch die Szenen in dem Film Matrix, in dem die Kamera während der Bewegung des Schauspielers um ihn herum fährt. Die Software erzeugt ein einwandfreies, dreidimensionales Modell der Schauspieler am Computer, das abschließend mit Computerkameras aus allen Positionen gefilmt werden kann und ist zeit- und Kosten sparend. Bislang muss die Kameraführung unter erheblichen Aufwand im Vorhinein genau geplant sein: Bis zu 160 Kameras müssen exakt positioniert und ausgerichtet werden.
Mit der Methode der TU-Wissenschaftler Martin Eisemann, Marcus Magnor und Anita Sellent werden nur eine Handvoll Kameras benötigt. Der größte Vorteil ist, dass die Kamerafahrt und Geschwindigkeit frei zu wählen sind. Die Szenen müssen nur ein Mal aufgenommen werden - auch wenn die Einstellung von der anderen Seite benötigt wird. Der Trick ist, dass die Personen in Echtzeit als 3-D-Modell rekonstruiert werden. Danach kann von jeder Richtung aus die Szene im Computer "nachgefilmt" bzw. der Blickwinkel verändert werden. Der größte Vorteil ist, dass die Kamerafahrt und die Geschwindigkeit frei zu wählen sind.
Um das 3D-Modell der Schauspielerin realistisch zu texturieren (rechts), berechnet der Algorithmus die benötigte Verzerrung der aufgenommenen Bilder auf der Oberfläche (links).