Die US-amerikanische Contentindustrie rührt gerade die Zutaten für ihren Selbstmord zusammen: Die nächste Generation der Unterhaltungselektronik soll vollständig inkompatibel zu heutiger AV- und Computertechnik werden. Unter abstrusen Kürzeln wie NGSCB, TCP, AACS, HDCP, PVP-OVP, PAP-OVP, AES und CA werden im straffen Gleichschritt mit Microsoft, Sony, Intel, Panasonic und Toshiba Komponenten entwickelt, die harmlose Unterhaltung zu Russisch Roulette werden lassen - zumindest für den Konsumenten, der seinen gesamten Gerätepark auswechseln muß:
Nur Monitore mit einem verschlüsselten HDCP-Eingang sollen noch Inhalte darstellen können. Das Kürzel steht für High-banwidth Digital Content Protection und bedeutet, dass digitale Bildsignale zwischen Grafikkarte und Display erneut verschlüsselt werden – das Display muß genügend Rechenpower mitbringen, um 138-Bit-AES zu entschlüsseln; Intels Hardware-Verschlüsselung HDCP ist für HDMI (»Here Dominates the Industry«) zwingend vorgeschrieben, per Spezifikation limitiert auf eine Auflösung von 1920x1080 Pixeln (1080p) und bei HDTV-Displays ausschließlich durch das Logo »HD ready« gekennzeichnet. Analoge Monitore oder heutige digitale Displays bekommen entweder gar kein Bild, »buntes Rauschen« (c't 12/05: 186) oder eine durch den »Constrictor« auf 480 bis 540 herunterskalierte, qualitätsreduzierte Version, die dann aber wieder auf die Auflösung des Displays interpoliert wird; DVI-Displays ohne HDCP-Schutz erhalten überhaupt kein Bild.
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