Chopping Mall (USA 1986)
Chopping Mall (deutscher Synonymtitel: Shopping; weitere Synonymtitel: Killbots, R.O.B.O.T.) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von Jim Wynorski aus dem Jahr 1986. In den Hauptrollen spielen Kelli Maroney (als Alison Parks), Tony O'Dell (als Ferdy Meisel), Russell Todd (als Rick Stanton), Karrie Emerson (als Linda Stanton), Barbara Crampton (als Suzie Lynn) und Nick Segal (als Greg Williams).
Produziert wurde das B-Picture von Julie Corman, Roger Corman trat als ausführender Produzent in Erscheinung.
Chopping Mall erweist sich als typisches B-Picture der 1980er Jahre: Die Charaktere sind grell, die Frisuren schräg, die visuellen Effekte billig, die Handlung platt; der Plot schwankt zwischen brutalem Zehn-kleine-Negerlein-Schema und selbsironischer Parodie; wie auch die großen Action-Helden dieser Zeit haben die "Killbots" stets einen flotten Spruch auf den Lippen - wohlgemerkt: genau einen, der etwas zu oft wiederholt wird. Und der Soundtrack blubert unüberhörbar aus dem Synthesizer.
Spannung will diesem netten Trash-Filmchen nicht so recht aufkommen, der Unterhaltungsfaktor liegt jedoch - trotz einiger erstaunlich drastischer Sequenzen - durchaus im grünen Bereich. Für Genrefreunde sehenswert, für ein breites Kinopublikum jedoch sicherlich zu dämlich und nur notfalls ansehbar.
Der in Los Angeles gedrehte Film erreichte bei den IMDb-Ratings nur eine leicht unterdurchschnittliche Bewertung von 4,6 von 10 bei 1.056 abgegebenen Stimmen (Stand: September 2007).
Contents
|
Handlung
Acht Teenager treiben sich nach den regulären Öffnungszeiten in einem High-Tech-Shoppingzentrum herum und feiern eine wilde Party, werden dann jedoch durch einen Stromausfall eingeschlossen.
Fortan werden sie von amoklaufenden Sicherheitsrobotern verfolgt und einer nach dem anderen niedergemacht.
Kurzkritik und andere Meinungen
Das Lexikon des internationalen Films findet nichts positives an der Corman-Produktion: "Unoriginelle, einfallslos inszenierte Schauermär, die sich über weite Strecken bemüht, die blutige Menschenhatz durch Slapstick-Einlagen aufzuheitern. Insgesamt eine öde Kampforgie Mensch gegen Maschine".
Diese oberflächliche Einschätzung unserer Ansicht nach deutlich zu kurz. Unstrittig dürfte sein, dass weder das Drehbuch noch dessen filmische Umsetzung durch Originalität oder Witz auffallen. Bemerkenswert ist jedoch, was Chopping Mall' über das Verhältnis zwischen Mensch und High-Tech in der Mitte der 1980er Jahre mitzuteilen hat - einer Zeit, in der ganz ähnlich gelagerte Filme wie Terminator oder Runaway (USA 1984) auf den Markt kamen.
Durchweg werden Maschinen als lebensbedrohlich und unkontrollierbar dargestellt; sowohl in Chopping Mall als auch in Runaway wird das Übel jedoch nicht in den Maschinen selbst, sondern in der Habgier und Selbstverblendung ihrer Hersteller gefunden. Chopping Mall beginnt mit einer - viel zu lange geratenen - Sequenz, die eine Promotion-Veranstaltung für den neuesten Schrei der Technik: die Sicherheitsroboter, die dann später außer Kontrolle geraten werden.
Heute, rund zwei Jahrzehnte später, gibt es die ersten kommerziellen Roboter für den Privatgebrauch - sie sollen beim Putzen helfen oder - wie Sony's Aibo - einfach nur als Spielzeug dienen; autonome Kampfdronen stellen auch im militärischen Einsatz keine Seltenheit mehr dar. Shopping Malls nach US-amerikanischem Vorbild wachsen überall in Deutschland aus dem Boden, Sicherheitskameras prägen das Stadtbild ganzer Einkaufszonen und private Sicherheitsdienste übernehmen Ordnungsfunktionen - und unterliegen dabei Rationalisierungszwängen, werden also immer bestrebt sein, Personal zugunsten irgendeiner billigeren Technologie zu ersetzen.
Während Roboter in Runway lediglich als Aufhänger für einen High-Tech-Krimi dienen, scheint die mögliche Bedrohung durch Maschinen in Chopping Mall heutzutage weitaus konsequenter zu Ende gedacht zu sein. Wie es für viele Trash-Horrorfilme charakteristisch ist, wagt es auch Chopping Mall die menschlichen Ängste weitaus radikaler zu visualisieren als so manche glattgeputzte Mainstream-Produktion.
Filmografische Daten
- Laufzeit: ca. 77 Minuten
- FSK: ab 18 (Videofassung)
- Kinostart (USA): 21. März 1986
- Videostart (BRD): 19. Dezember 1988
- Bildformat: Color
- Tonformat und Sprachen: Englisch (Stereo)
Literatur
- film-dienst 27 216
- LdiF 1995, Bd. S: 5071
- Frank Trebbin: "Shopping", in: Die Angst sitzt neben Dir. Psychothriller, Horror- und SF-Filme seit 1960 (4. Aufl.). Berlin: Selbstverlag 1993: 303.
Netmarks
Ähnliche Beiträge
- Vergeltung (USA 2006)
- Prince of Persia (USA 2010)
- Pulse 3 (USA 2008)
- Daybreakers (Australien/USA 2009)
- Insects - Die Brut aus dem All (USA/Kanada 2003)
- Carriers (USA 2009)
- Frozen - Etwas hat überlebt (USA/Kanada 2009)
- Starship Troopers 3: Marauder (USA/Südafrika/BRD 2008)
- Starship Troopers 2 - Held der Förderation (USA 2004)
- The Signal (USA 2007)
- I am Omega (USA 2007)
- Der Nebel (USA 2007)
- Todes-Date 2 (Kanada 2007)
- Brennender Tod (Großbritannien 1967)
- Sunshine (Großbritannien/USA 2007)






