Weltpremiere der restaurierten ›Metropolis‹-Fassung
Kooperation zwischen Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und ZEITmagazin
Am 12. Februar findet in der Alten Oper in Frankfurt die Weltpremiere der restaurierten Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung von Fritz Langs ›Metropolis‹ statt. Nach mehr als 83 Jahren kehrt der legendäre Stummfilmklassiker mit verloren geglaubten, erst 2008 wieder entdeckten Szenen, auf die Kinoleinwand zurück.
An der Entdeckung der fehlenden Szenen des Meisterwerks von 1927 hatte das ZEITmagazin seinen besonderen Anteil: Bei einem Abendessen in Buenos Aires erfuhr die ZEITmagazin-Autorin Karen Naundorf vor zwei Jahren von der sensationellen Entdeckung im Museo del Cine Pablo Ducrós Hicken: Eine seit 80 Jahren verschollen geglaubte Langfassung des Films Metropolis lagerte im Archiv des kleinen Museums.
Erste Einschätzungen von Experten ermutigten die Museums-Direktorin, Kontakt nach Deutschland aufzunehmen. Das ZEITmagazin begleitete die entscheidende Sichtung des Sensationsfundes durch mehrere Filmhistoriker und Fritz-Lang-Experten - und widmete der Entdeckung eine ganze Ausgabe im Sommer 2008. Inzwischen wurde das filmische Meisterwerk aufwendig restauriert.
Metropolis von Fritz Lang ist wohl das wichtigste Werk der deutschen Filmgeschichte. Und der erste Film, der von der Unesco zum Weltdokumentenerbe erklärt wurde. Doch die Originalfassung hatte mehr als 80 Jahre lang niemand mehr gesehen. Bislang konnte immer nur eine in der Handlung verstümmelte, gekürzte Version rekonstruiert werden; die Originalfassung galt als verschollen. Bis im Sommer 2008 in Buenos Aires ein Duplikatnegativ von "Metropolis" gefunden wurde, das die verloren geglaubten Szenen enthält - insgesamt 30 Minuten. Nun gilt der Film als wiederentdeckt.
Die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau restaurierte Fassung feiert auf der Berlinale 2010 Premiere. Zeitgleich zur 60. Berlinale 2010 erlebt "Metropolis" nun seine zweite Welturaufführung - die Geschichte der Restauration von "Metropolis" ist auch Teil des ZEITmagazin Jubiläumsheftes zur Berlinale. Das Heft erscheint am 11. Februar 2010.
ZEITmagazin-Chef Christoph Amend wird die Filmvorführung in der Alten Oper Frankfurt anmoderieren und spricht mit Paula Félix-Didier (Museo del Cine), Fernando Martin Pena (Buenos Aires) und Helmut Poßmann (Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung). Auf ein Grußwort des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch sowie des Staatsministers Bernd Neumann, folgt die erste öffentliche Aufführung der restaurierten "Metropolis"-Fassung.
Dokumentation ›Die Reise nach Metropolis‹
Am 18. Februar 2009 dokumentiert ein 45-minütiger Film im SWR Fernsehen die Geschichte des Filmklassikers. Die Reise nach Metropolis wird um 23.00 Uhr ausgestrahlt.
Die Dokumentation von Grimme-Preisträger Artem Demenok zeigt, wie Regisseur Fritz Lang Impulse aus Kunst, Architektur und Politik der 1920er Jahre in "Metropolis" auf die Spitze trieb: eine beängstigende Zukunftsvision unter Einsatz von 36.000 Komparsen, 200.000 Kostümen, 1.100 Kahlköpfen, 50 fantastischen Autos und 500 Wolkenkratzern à 70 Etagen. Kosten: 3,5 Millionen Reichsmark für 310 Drehtage. Doch der Film wurde ein Kassenflop, im Auftrag von Paramount in den USA verstümmelt und gekürzt. Und: Die Filmrollen wurden 1945 zur Kriegsbeute, verschwanden in sowjetischen Archiven. Die Dokumentation macht deutlich, welche Bedeutung der Fund von Buenos Aires für die Filmgeschichte hat. Denn erst jetzt, nach 83 Jahren, ist die Originalfassung von "Metropolis" erstmals wieder zu sehen.
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