13 Semester - Der frühe Vogel kann mich mal!
13 Semester - Der frühe Vogel kann mich mal! ist ein Spielfilm von Frieder Wittich aus dem Jahr 2009. In den Hauptrollen spielen Max Riemelt, Alexander Fehling und Robert Gwisdek.
Von der Provinz in die Freiheit: der Studienplatz für Wirtschaftsmathematik führt die beiden Freunde Momo (Max Riemelt) und Dirk (Robert Gwisdek) vom elterlichen Ausflugslokal in Brandenburg an die TU in Darmstadt und damit mitten hinein ins Studentenleben. Dazu gehören für Momo allerdings auch viel zu schwierige Vorlesungen, sein nervender Mitbewohner Bernd (Alexander Fehling), seine Traumfrau Kerstin, Geldmangel und eine daraus resultierende vermeintlich geniale Geschäftsidee. Der ersten Orientierungsphase folgt schnell komplette Orientierungslosigkeit und während Dirk in Vorlesungen, Hausarbeiten und Tutorien aufgeht, beginnt für Momo die semesterübergreifende Suche nach dem Platz im Leben und anderen Kleinigkeiten.
13 Semester ist die erste deutsche Komödie über das Studentenleben: unkonventionell, lustig und authentisch. Mit Herz, Hirn und Humor haben Frieder Wittich (Drehbuch und Regie) und Oliver Ziegenbalg (Drehbuch) das typisch charmant liebenswerte Chaos deutscher Studenten unter die Lupe genommen und ein Feel-Good-Movie für das Kino inszeniert. Mit Leichtigkeit und Frische erzählen sie vom schrägen WG Leben, Early Birds und wilden Partys, Liebeslust und Prüfungsfrust. 13 Semester ist das Regiedebüt von Frieder Wittich für die große Leinwand. Gedreht wurde in Darmstadt, Frankfurt am Main und Offenbach.
13 Semester ist eine Gemeinschaftsproduktion der Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion mit dem Hessischen Rundfunk und Arte. Gefördert wird das Projekt von Hessen Invest Film, dem FilmFernsehFonds Bayern und der Filmförderungsanstalt in Berlin.
Contents
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Handlung
Der Tag der Prüfung. 6 Jahre Studium hat Momo (Max Riemelt) mit allen Irrungen und Mühen hinter sich gebracht und wartet jetzt vor der Tür auf den Moment, von dem alles abhängt. Doch anstatt bei mathematischen Formeln sind seine Gedanken weit weg, in einer Zeit, die schon kaum mehr wahr ist, im elterlichen Restaurant in der Brandenburger Provinz. „Wirtschaftsmathematik“ in Darmstadt schien Momo damals eine glasklare Alternative zu Gastwirtschaft in Brandenburg. Also bricht er gemeinsam mit Jugendfreund Dirk (Robert Gwisdek) in seinem altersschwachen Golf auf. Doch so einfach, wie er sich das vorstellt, ist der Neuanfang nicht. In der Wissenschaftsstadt Darmstadt gibt es zwar viele Studenten, doch der Wohnraum, zumal der bezahlbare, ist knapp. Nur Dirk findet auf Anhieb ein Zimmer bei seinem Kommilitonen mit dem Spitznamen Käthe (Daniel Zillmann). Nach einigen Begegnungen der dritten Art hat auch Momo schließlich ein Zimmer gefunden, in einer extravaganten Wohnung mit Garten, aber damit auch einen Mitbewohner, Bernd (Alexander Fehling), der mit allen Wassern gewaschen ist. Das mit dem Zimmer hat gerade noch so geklappt, doch seine Traumfrau Kerstin (Claudia Eisinger) verliert der etwas schüchterne Momo in der ersten Runde an den selbstbewussten Bernd. Aber es gibt immer eine zweite Chance...
Das Studium ist harte Arbeit. Als Momo nach einer Woche Skiurlaub auf seine Lerngruppe trifft, ist diese bereits mit dem anstehenden Vordiplom beschäftigt. Momo hat vergessen, sein Teilgebiet der Numerik vorzubereiten und wird sanft aber deutlich aus der Lerngruppe geworfen. Nun steht er mit einem Haufen illegal aus der Bibliothek entliehener Bücher allein da, und alles, was ihm fehlt, ist Zeit oder eine passende Lerngruppe. Da erinnert sich Momo an Aswin (Amit Shah), den indischen Kommilitonen, der die deutsche Sprache zwar nur mäßig, die Mathematik aber glänzend beherrscht. Doch der Lichtblick trübt sich, als Momo Aswin zu einem Kneipenabend überredet. Der eigentlich abstinente Aswin übernimmt Momos Lebensstil in radikaler Form und aus der erfolgversprechenden Lerngruppe wird eine absturzgefährdete Kneipengemeinschaft. Momo vermasselt die Prüfung und verordnet sich mehr Disziplin. Nach dem im zweiten Anlauf bestandenen Vordiplom gönnt er sich eine Auszeit in Australien. Auch dort läuft nicht alles nach Plan, doch lassen sich schöne Geschichten daraus generieren, für die, die nicht dabei waren.
Zurück in Darmstadt trifft Momo Kerstin im Waschsalon wieder. Sie reden lange und ausgelassen und Momo lädt sie für denselben Abend zum Essen ein. Mit seinen Kochkünsten, so glaubt er, wird er auch ihr Herz gewinnen. Bis es dazu allerdings kommt, stehen noch einige unvorhersehbare Abenteuer bevor. Je besser es in seinem Privatleben läuft, desto mehr verliert er sein Studienziel aus den Augen. Das BAFöG läuft aus, die Regelstudienzeit neigt sich dem Ende zu und ein Abschluss ist nirgends in Sicht. Stattdessen arbeitet Momo mit Bernd in einer Frankfurter Tankstelle. Dort trifft er eines Abends seinen alten Freund Dirk wieder, der inzwischen, von einem Großkonzern bezahlt, an seiner Diplomarbeit schreibt. Statt Urlaub zu machen hat er die Semesterferien für diverse Praktika genutzt.
Der Wiedereinstieg in das Studium gelingt, trotz einiger Hürden, doch was bleibt, ist Momos Finanzproblem. Da entschließt er sich, das Seifenprodukt all-u-need zu vertreiben, nach der Methode eines Kettenbriefes. Am Schluss sollen die anderen arbeiten und Bernd und Momo nur noch verdienen. Natürlich kommt es anders. 60 zitronengelbe Kartons und einige Streits mit Kerstin später ist Momo von einem erfolgreichen Studentenleben weiter entfernt als je zuvor. Der Job in der Tankstelle ist weg, Kerstin ebenso und Bernd ist kurz davor alles hinzuschmeißen.
13 SEMESTER ist ein Film über Momos Studium, der in neunzig Minuten fünf Minuten erzählt, die sechseinhalb Jahre erzählen.
Produktionsnotizen
Seit 15 Jahren besteht die Produktionsfirma Claussen+Wöbke+Putz. Von Anfang an haben sie sich darauf spezialisiert, Kinodebüts zu produzieren. Caroline Links JENSEITS DER STILLE beispielsweise, Hans Christian Schmids NACH 5 IM URWALD oder zuletzt Maggie Perens STELLUNGSWECHSEL. "Die Arbeit an Kinodebüts tut unserer Firma gut, sie inspiriert uns, konfrontiert uns immer wieder mit Neuem und bildet daher eine Konstante innerhalb der vielfältigen Produktionen." so Claussen. Auf der Suche nach vielversprechenden Nachwuchstalenten beobachten die Produzenten die verschiedenen Filmhochschulen, sichten Übungs- und Abschlussfilme und integrieren junge Mitarbeiter in ihre Drehteams.
13 SEMESTER nun wurde als Projekt über vier Jahre entwickelt. Oliver Ziegenbalg hatte ursprünglich einen Roman über seine eigene Studienzeit schreiben wollen. „Mit diesem Romanentwurf ist Frieder Wittich zu uns gekommen“, sagt Claussen, „und wir haben das Potential sofort gespürt“. Das studentische Publikum ist dem Kino sehr nahe und dieses Buch hatte das Potential komödiantisch zu unterhalten, zur Identifikation einzuladen und doch der wichtigen Zeit zwischen Jugend und Erwachsenenleben allgemeingültig, emotional und auch im richtigen Moment ernsthaft gerecht zu werden. Filme über das Studentenleben sind eher selten. Aber für Frieder Wittich lag das Thema aufgrund der eigenen Studentengeschichte auf der Hand: „Ich war gerade dabei, mein Studium an der Filmhochschule zu beenden und auf der Suche nach einem geeigneten Stoff für meinen Debütfilm, als mein Mitautor Oliver Ziegenbalg und ich auf die Idee kamen, etwas über das Studieren zu machen. Spontan fielen uns alle möglichen Themen ein, die so ein Film behandeln könnte: Der Aufbruch in eine fremde Stadt, die anfängliche Unsicherheit, Studentenpartys, neue Freundschaften, unerreichbare Kommilitoninnen, Vordiplomsstress, Sinnkrisen, die Fragen wer ich bin, was ich eigentlich vom Leben will und wieso ich mir jedes Mal wegen 30 Cent Unterschied die ungenießbare TIP-Pizza kaufe, wenn ich dann abends 10 Euro für Bier ausgebe. All das hatte ich gerade hinter mir, bzw. war zum Teil noch mitten drin.“
Damit war das Genre klar. Leicht, mit humoristischem Ton, aber nicht ohne emotionale Fallstricke: „Der Film sollte vom Erwachsenwerden handeln,“ sagt Frieder Wittich, „von erfüllten und unerfüllten Träumen, von Liebe und Freundschaft, aber bei aller Ernsthaftigkeit immer unterhaltsam und humorvoll bleiben.“ Komödien wie L’AUBERGE ESPAGNOLE oder SIDEWAYS, die auf intelligente Art Entwicklungsgeschichten leicht und amüsant erzählen, sollten dabei Vorbildcharakter haben. Das Besondere von 13 SEMESTER ist die erzählte Zeit von 6 ½ Jahren. Durch das elliptische Erzählen kommt es unweigerlich zu großen Zeitsprüngen in der Entwicklung der Charaktere, mit denen die Filmemacher ihr Publikum unterhaltsam überraschen. Aus diesen Zeitsprüngen resultiert auch das komische Potential des Films, die Überraschungseffekte und die auch visuell eigenwillige Erzählstruktur. So können die Filmemacher Archetypen präsentieren und doch individuelle Charaktere schaffen, die für jede Form der Identifikation offen sind. Frieder Wittich und Oliver Ziegenbalg haben lange über das Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit nachgedacht: „Als wir uns über den Zeitrahmen von 13 SEMESTER Gedanken gemacht hatten, standen alle möglichen Alternativen im Raum. Erzählt man die letzte Nacht des Studiums? Das letzte Semester? Oder nur das Erste? Jede dieser Alternativen hätte immer nur einen Ausschnitt gezeigt. Darum haben wir uns entschlossen, ein komplettes Studium zu zeigen. Vom ersten bis zum letzten Tag. Darin liegt für uns das Besondere an 13 SEMESTER. Wir erleben mit Momo und den anderen Charakteren ihre komplette Entwicklung über sechseinhalb Jahre und können uns genauso wie sie am Ende des Films an die Anfänge zurückerinnern.“ Diese sechseinhalb Jahre aber laufen in der Erinnerung ab, also in jenen 5 Minuten, die Momo noch bleiben, bis er sich der letzten Prüfung stellen muss. Eine bitterernste Situation, die aber gleichzeitig über ein großes komödiantisches Potential verfügt. Für Frieder Wittich ist der Humor ein unverhandelbarer Bestandteil des Films: „Ganz wichtig für mich ist, dass der Humor aus den Figuren und den Situationen heraus entsteht. Er darf dabei nie platt wirken oder in plumpen Slapstick abrutschen. Ausschlaggebend ist dabei die Erfahrung, die ich bei meinen Kurzfilmen und Werbespots wie z.B. „Opus“ oder den McDonalds Spots „Keine Gegenfrage“ gemacht habe. Wenn die Zuschauer die Figuren lieben, dann sind die Blicke und Gesten zwischen den Charakteren am Ende am witzigsten. Der Großteil des Films wird durch Momos Erinnerung gefiltert. Dadurch bietet es sich an, mit diesen Erinnerungen spielerisch und komödiantisch umzugehen. Mal erinnert sich Momo falsch, mal beschönigt er eine Situation oder driftet in Wunsch- beziehungsweise Horrorvorstellungen ab. Ein weiteres komödiantisches Element ist Momos Voiceover, die aus der Perspektive des zwölften Semesters erzählt. Da steht der Momo von damals plötzlich dem von heute gegenüber.“
Wichtig ist auch der Ort der Geschichte. Neben der Uni ist Bernds und Momos WG ein zentraler Ort. Dort werden die Veränderungen deutlich, die beide durchmachen. Anfangs stehen dort nur Möbel, die sie von zu Hause mitgebracht haben, doch je länger sie in ihrer WG wohnen, umso mehr verändert sich alles. Neue Möbel kommen hinzu, alte fliegen raus. Partys hinterlassen bleibende Spuren. Ein kaputtes Fahrrad wird in den Flur gestellt und bleibt dort über Jahre unrepariert stehen. Mal ist das Wohnzimmer Tanzfläche, mal Aufbewahrungslager für Seifenkisten, mal Gästezimmer für einen philippinischen Mönch. Und von Anfang ist die Türklingel verharkt, ohne dass jemand auf die Idee käme, sie endlich einmal zu reparieren.
13 SEMESTER wird komödiantisch erzählt, soll aber so Frieder Wittich „immer realistisch bleiben, damit die Studenten sich mit unserer Handlung identifizieren können. Ganz nach dem Motto: Hab ich auch erlebt, zum Glück kam´s bei mir nicht ganz so dicke. Aus diesem Grund möchte ich die Schauspieler so authentisch wie möglich inszenieren.“
Mit Max Riemelt, der gerade in DIE WELLE zu sehen ist, und Alexander Fehling, bekannt aus AM ENDE KOMMEN TOURISTEN, sowie dem gerade mit dem Hamburger Nachwuchsdarstellerpreis gekürten Robert Gwisdek verfügt 13 SEMESTER über drei talentierte junge Helden. Das Ensemble um sie herum besteht aus vielen frischen Gesichtern aus der Riege der Anfang Zwanzigjährigen. Auch das, so Produzent Jakob Claussen, ist Programm: „Wir glauben an junge Talente und an ein intelligentes Publikum, das Spaß daran hat, neue Gesichter zu sehen und für sich selbst zu entdecken.“
Es gibt viele Universitätsstädte in Deutschland und so wurde intensiv recherchiert, bis die Wahl auf Darmstadt fiel. Frieder Wittich: „Für mich ist es essenziell, dass der Film in einer typischen Studentenstadt spielt, in der sich alles um das Studium dreht. Richtige Großstädte kommen für mich aus diesem Grund nicht in Frage. Ein weiteres Kriterium der Städtewahl war die Infrastruktur der Universität: ein großer, zentral gelegener Campus, eine Mathematik- sowie eine Architekturfakultät und eine abwechslungsreiche Architektur der Unigebäude. All das bietet die Wissenschaftsstadt Darmstadt.“
So wurde die Entscheidung getroffen, 13 SEMESTER in Hessen zu drehen und aus dem Film ein echt hessisches Projekt zu machen. Daraufhin stieg der Hessische Rundfunk zusammen mit Arte ein. Beide Sender sind als experimentierfreudig und dem Nachwuchs gegenüber aufgeschlossen bekannt. Hessen Invest engagiert sich als Förderer, ebenso die Hessische Kulturförderung, die Bayerische Filmförderung, die FFA in Berlin und der von Kulturstaatsminister Neumann initiierte DFFF. Geschlossen wird die Finanzierung durch den Investoren Riot Entertainment. "Dass unser Verleih Twentieth Century Fox mit seinem Geschäftsführer Vincent de La Tour und Gabriela Bacher von Anfang an an Frieder Wittich und sein Talent geglaubt hat, war für die vielen Finanzierungsschritte sehr wichtig. Dass wir einen so starken Kinopartner an unserer Seite haben, der noch dazu in Frankfurt ansässig ist, hat uns in Hessen sehr geholfen." so Claussen über die Zusammenarbeit mit dem Verleihpartner Twentieth Century Fox.
Filmografische Daten
- FSK: Ohne Altersbeschränkung
- Länge: ca. 101 Minuten
DVD-Ausstattung
- N/A
Netmarks
- Offizielle Website (deutschsprachig)
Starttermine
Bildergalerie
Siehe auch
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