Battle Beneath the Earth (Großbritannien 1967)

Battle Beneath the Earth (Synonymtitel: Battle Beneath the Sea ist ein britischer Science-fiction-Thriller von Montgomery Tully aus dem Jahr 1967. In den Hauptrollen spielen Kerwin Mathews (als Cmdr. Jonathan Shaw), Vivienne Ventura (als Tila Yung), Robert Ayres (als Adm. Felix Hillebrand), Peter Arne (als Arnold Kramer), Al Mulock (als Sgt. Marvin Mulberry) und Martin Benson (als Gen. Chan Lu).

In der Zeit des kalten Kriegs wurden Filme gedreht, von denen man heute glauben könnte, es hätte sie nie gegeben. Beispielsweise solche, in denen Rotchinesen Tunnel unter dem Pazifik bis unter die USA buddeln, um diese mit Atombomben in die Luft zu sprengen. Battle Beneath the Earth gehört zu diesen groben Propagandafilmen, die heute unvorstellbar wären. Es sei denn, die buddelnden Bösewichte kämen aus Nordkorea...

Spaß macht das alberne Zeug allemal, das einem hier vorgesetzt wird - wenn man sich darauf einlässt, allerdümmsten Blödsinn vorgesetzt zu bekommen. Für Genrefreunde ansehbar.

Das B-Picture, das in Deutschland wohl nie die Kinos erreichte, errang auch bei den IMDb-Ratings lediglich eine unterdurchschnittliche Bewertung von 4,2 von 10 bei 204 abgegebenen Stimmen (Stand: Oktober 2007).

Contents

Handlung

Ein abtrünniger chinesischer General lässt unter dem Pazifik Tunnel zwischen China und den USA bauen, um dort Atombomben zu platzieren. Doch amerikanische Militärs und ein wahnsinniger Wissenschaftler machen ihm einen Strich durch die Rechnung...

Kurzkritik

Battle Beneath the Earth liefert eine Fülle von Einfällen und filmischen Details, die dem heutigen Zuschauer den Atem stocken lassen. Das beginnt bei der grandiosen Grundidee, Tunnel unter dem Pazifik zu buddeln - erstaunlicherweise unterstützt durch Maschinen und nicht von Millionen chinesischer Arbeiter.

Das setzt sich fort über die chinesischen Militärs wie Gen. Chan Lu (Martin Benson) und Kengh Lee (Peter Elliott), die quasi ausnahmslos durch grell geschminkte, mit Fistelstimme sprechende Nicht-Asiaten verkörpert werden und wie kleine Roboter durch die Gegend stapfen. Oder beispielsweise über den Spielzeug-Zug, der durch die unterirdischen Tunnel mit einer Ladung Atombomben binnen ein paar Stunden von China nach Texas tuckert.

Und das endet schließlich - nach zahllosen vergleichbar pikanten Einfällen ähnlichen Kalibers - allen Ernstes mit einem Kuß im glühenden Schein einer detonierenden Atombombe.

Was Battle Beneath the Earth so atemberaubend macht, ist die absolute Ensthaftigkeit, mit der dem Zuschauer der gröbste Unfug aufgetischt wird: Der immerhin für Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) produzierte Film weist keine Spur von Humor oder gar Selbstironie auf. Er gewinnt damit die peinliche Dimension der unfreiwilligen Selbstparodie und ist als ebensolche durchaus mit Gewinn ansehbar. Ansonsten taugt Battle Beneath the Earth lediglich als soziologisches Anschauungsmaterial zur propagandistischen Konstruktion des asiatischen Feindbildes zu Zeiten des Kalten krieges.

Filmografische Daten

  • Laufzeit: ca. 91 Minuten
  • Altersfreigaben: k.A.
  • Premiere: Oktober 1967 [Großbritannien]
  • Kinostart (USA): 15. Mai 1968
  • Tonformat und Sprachen: Englisch (Mono)
  • Bildformat: Farbe (Technicolor)

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