Krabat (BRD 2008)

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Krabat, Hauptplakat

Krabat ist ein deutscher Fantasy-Film von Marco Kreuzpaintner aus dem Jahr 2008. In den Hauptrollen spielen David Kross (Krabat), Daniel Brühl (Tonda), Christian Redl (Meister), Robert Stadlober (Lyschko), Paula Kalenberg (Kantorka), Anna Thalbach (Worschula), Hanno Koffler (Juro) und Charly Hübner (Michal). Die Verfilmung basiert auf Otfried Preußlers vielfach ausgezeichnetem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1971, der auf einer deutsch-sorbischen Sage um den Zweikampf eines Zauberlehrlings mit seinem Meister basiert.

Elternlos streift der junge Krabat durch das hungernde, durch den Dreißigjährigen Krieg verwüstete Deutschland. Eines Nachts dringt eine unheimliche Stimme in seine Träume ein und führt ihn zur dunklen Mühle am Koselbruch. Dort bietet ihm der strenge, aber charismatische Meister ein Lehre als Müllerbursche an, die Krabats Leben für immer verändert. Erst lernt er unter elf Mitgesellen seinen besten Freund Tonda kennen, dann durch den Meister die Macht der Schwarzen Magie. In zwei Sommern eignet sich Krabat große Kräfte und die Fähigkeit an, zum Raben verwandelt mit den Wolken über die Hügel, Berge und Täler zu gleiten. Noch verführerischer als die Schwarze Kunst ist der Zauber von Kantorka, einem Bauernmädchen, in das Krabat sich auf den ersten Blick verliebt. Damit riskiert er aber ihr Leben und auch seines. Denn der Meister duldet niemand neben sich, fordert Gehorsam und fürchtet die Liebe. Nur sie nämlich kann seinen geheimen Bund mit dem Tod und damit den Fluch der Mühle brechen, der jedes Jahr einem Gesellen das Leben nimmt...

Krabat entführt den Zuschauer in eine trostlose Zeit, als Deutschland durch Kriege und Seuchen über weite Strecken entvölkert war; Trost suchen die Menschen im Glauben: ein Widerstreit zwischen neuen christlichen und tradierten haidnischen Vorstellungen, Magie hat noch ihren festen Stellen wert im Leben der Menschen. Filmisch vermag das alles nicht so recht zu überzeugen; weder dramaturgisch noch emotional wird man von der fast dokumentarisch berichteten Handlung engesprochen. Eine schwerfällige Literaturverfilmung mit eigenem Erzählrhythmus, auf die man sich einlassen muss. Ansehbar!


Contents

Inhalt

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verliert der 14-jährige Krabat seine Mutter an die Pest. Maskierte Männer holen ihre Leiche ab, zünden das Haus an und wollen Krabat mitnehmen, doch der flieht.

Er schließt sich zwei vagabundierenden Jungen an und zieht mit ihnen bettelnd durch die Lande. Eines Nachts wird Krabat von einer inneren Stimme, die ihn zu einer geheimnisvollen Mühle lockt, aus dem Schlaf gerissen. Dort angekommen bietet ihm der Müllermeister an, bei ihm in die Lehre zu gehen. Krabat willigt freudig ein.

Hier scheint er es gut gefunden zu haben: ein Bett zum Schlafen und warmes Essen jeden Tag! Nur fragt sich Krabat, warum ihn die anderen Müllersburschen mit misstrauischen Blicken mustern und nicht willkommen heißen wollen. Aber es bleibt ihm nicht viel Zeit, sich hierüber Gedanken zu machen, denn sofort beginnt der Alltag auf der Mühle.

Die Aufgaben sind hart, der Meister unerbittlich mit den Gesellen. Doch Krabat packt tatkräftig an. Schließlich will er dem Meister seine Dankbarkeit beweisen. Schon bald lernt Krabat das Geheimnis der Mühle kennen: Sie ist eine Zauberschule, die der „Dunklen Seite“ angehört, ein Hort der unseligen Schwarzen Magie.

Nach dem ersten Jahr wird Krabat zum Gesellen. Er ist fasziniert davon, dass er nun, genau wie die anderen, tagsüber seine Zauberkräfte für die schwere Arbeit einsetzen kann. Der Meister lehrt seine Zauberlehrlinge auch, sich durch Zeit und Raum zu bewegen. In Raben verwandelt fliegen sie über Wälder und Landschaften. Als Krabat auf einem seiner seltenen Ausflüge dem Bauernmädchen Kantorka begegnet, verliebt er sich auf den ersten Blick in sie. Sein einziger Freund versucht ihn zu warnen - der Meister duldet keinen Umgang mit Fremden - aber von nun ab will Krabat nur eines: sie wieder treffen, um ihre Zuneigung zu gewinnen. Einmal im Jahr fordert der Meister seinen besten Schüler zum tödlichen Wettstreit heraus, um so sein eigenes Leben um ein weiteres Jahr verlängern zu können.

Krabat sieht seinen engsten Freund sterben und erkennt, dass es an ihm ist, nicht der zerstörerischen Macht der Schwarzen Magie zu verfallen, sondern den Meister zu bekämpfen und zu besiegen. Dazu benötigt er jedoch Verbündete, aber er weiß nicht, ob er seinen Kameraden trauen kann. Die einen sind zu schwach, andere scheinen dem Müller bereits ihre Seelen verkauft zu haben. Der Küchenjunge Juro, der vermeintliche Dummkopf, stellt sich als sein einziger Verbündeter heraus. Mit dessen Hilfe erfährt Krabat von den geheimsten Mysterien aus dem verbotenen Buch des Meisters: Er lernt, den Willen anderer zu beherrschen, und dass es der Liebe eines Mädchens bedarf, um den Meister zu überwinden.

Als der Meister in Krabat einen heranwachsenden Konkurrenten erkennt, versucht er ihn auf seine Seite zu ziehen. Er bietet ihm seine Nachfolge als Meister auf der Mühle an: Reichtum und Macht - alles ist möglich mit Schwarzer Magie! Das Angebot ist verführerisch, aber Krabat kann sich auf die Dinge besinnen, die wirklich für ihn zählen: Liebe, Freundschaft, Vertrauen...

Es kommt zum Kampf auf Leben und Tod - der Meister setzt noch nie gesehene Zauberkräfte ein. Und Krabat versucht vergeblich, ihm ein ebenbürtiger Gegner sein zu können. Doch als der Meister den Kampf für sich zu entscheiden droht, steht Kantorka zu ihrem Wort und erscheint auf der Mühle, um Krabat freizubitten. Nun tritt die Kraft der Liebe gegen die Schwarze Magie an...

Filmografische Daten

  • Produktion: Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion, Krabat Filmproduktion GmbH
  • Koproduktion: Seven Pictures Film GmbH, ProSieben Television GmbH
  • Filmförderung: Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, FilmFernsehFonds Bayern, Filmförderungsanstalt FFA, Medienboard Berlin-Brandenburg, Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg MFG, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien; Projektentwicklung gefördert durch Mittel von Media Plus Development
  • Verleih: Twentieth Century Fox of Germany
  • Kinostart (BRD): 9. Oktober 2008 [20th Century Fox]

Über die Romanvorlage

Otfried Preußler wurde 1923 im böhmischen Reichenberg geboren. Nach seinem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg geriet er fünf Jahre lang in sowjetische Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung fand er mit viel Glück seine Angehörigen im bayerischen Rosenheim wieder, wo er sich auch niederließ. Er wurde Volksschullehrer und begann Geschichten zu schreiben. Zu Preußlers berühmtesten Kinder- und Jugendbüchern gehören „Die kleine Hexe“ (1957), „Der Räuber Hotzenplotz“ (1962), „Das kleine Gespenst“ (1966) und „Krabat“ (1971). Preußler ist einer der bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautoren Deutschlands, seine Bücher wurden millionenfach verkauft, in etliche Sprachen übersetzt und mit unzähligen Preisen bedacht. „Krabat“ hat 1972 den deutschen Jugendbuchpreis verliehen bekommen und wird seit über 20 Jahren im deutschsprachigen Raum an Realschulen und Gymnasien im Deutschunterricht als Schullektüre genutzt. Weltweit wurden schätzungsweise über 1,8 Millionen Exemplare des Romans „Krabat“ verkauft. Das Buch wurde in 31 Sprachen übersetzt. Unter anderem gibt es chinesische, dänische, englische, estnische, französische, griechische, hebräische, italienische, japanische, katalanische, koreanische, nordsamische, rumänische, russische, serbokroatische, tschechische und ungarische Übersetzungen. Zu den unzähligen Preisen, mit denen Preußler ausgezeichnet wurde, zählen der Deutsche Jugendbuchpreis für „Krabat“, die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, die Verleihung des Bayerischen Verdienstordens, der Sudetendeutsche Kulturpreis für das Gesamtwerk, der Andreas Gryphius-Preis für das Gesamtwerk, der Eichendorff-Literaturpreis für das Gesamtwerk und viele mehr. Zu seinen internationalen Auszeichnungen gehören der Europäische Jugendbuchpreis für „Krabat“, der Polnische Jugendbuchpreis für „Krabat“, der Silberne Griffel von Rotterdam (der holländische Jugendbuchpreis) für „Krabat“, die Auszeichnung Notable Book of 1973 der American Library Association für „Krabat“, die Ernennung zum Titularprofessor der Republik Österreich und viele mehr.

Über die Filmadaptation

Die Idee, Otfried Preußlers Roman „Krabat“ zu verfilmen, hatte Thomas Wöbke von der Claussen+Wöbke+Putz-Filmproduktion schon vor langer Zeit. Der Stoff bietet zeitlose Konflikte, spielt in der bewegenden Zeit des Dreißigjährigen Krieges und zeigt eine Phantasiewelt. Er bietet damit die Grundlage für eine Verfilmung, die mehrere Genres in sich vereint – Abenteuer, Fantasy, aber auch ein Coming-of-Age-Drama.

Mit dem Regisseur Marco Kreuzpaintner war Thomas Wöbke schon seit dessen Kurzfilmen in Kontakt. Mit Sommersturm, den Kreuzpaintner dann für Claussen+Wöbke+Putz drehte, bewies er, dass er ein großes Darstellerensemble inszenieren kann. Auch die Erfahrungen mit Trade - Willkommen in Amerika, Kreuzpaintners erstem internationalen Film, mit Kevin Kline in einer der Hauptrollen und produziert von Roland Emmerich, bei dem Claussen+Wöbke+Putz als Koproduzenten fungierten, zeigten den Produzenten, dass der junge Regisseur der richtige Mann ist, den Krabat-Stoff anzugehen. Produzent Jakob Claussen erläutert:

„Marco will Großes für die Leinwand erschaffen. Er kann Figuren glaubwürdig darstellen. Für ihn ist es wichtig, dass sie authentisch sind. Er will unterhalten und bewegen. Mit Sommersturm und Trade - Willkommen in Amerika hat er bewiesen, dass er das kann.“

Für Marco Kreuzpaintner ist die Verfilmung von KRABAT die Erfüllung eines großen Wunschtraums. Mit 13 Jahren hatte er das Buch mehrfach gelesen.

„In diesem Alter konnte ich mich mit der Figur ‚Krabat’ voll und ganz identifizieren“, meint Kreuzpaintner. „Die Welt, in der Krabat sich zurechtfinden muss, hatte mich stark fasziniert. Krabat ist ein besonderer Held. Er besitzt Stärke, Mut, Gefühl und repräsentiert wichtige Werte. Man muss ihn lieben und ist ihm sehr nahe. ‚Krabat’ erzählt ja nicht nur vom Erwachsenwerden, der Selbstbestimmung, Freundschaft und der Liebe, sondern auch vom Tod.“

Produzent Thomas Wöbke betont, dass KRABAT von der Ausstattung und von den Kostümen her zwar eine historische Verfilmung ist, dass die Sorgen und Gefühle der Figuren aber auch heute ihre Relevanz haben.

„Es sind keine seltsam anmutenden historischen Figuren. Es sind junge Menschen der damaligen Zeit, mit denen man sich heute noch identifizieren kann.“

Die Welt Krabats ist aber auch eine Welt der Märchen und der Mythen. Es wird gezaubert, Menschen können fliegen, verwandeln sich in Raben oder haben übersinnliche Kräfte. Produzentin Uli Putz erläutert:

„KRABAT zeigt uns eine fantastische Welt. Der Roman zieht die Leser seit den frühen 70er Jahren in seinen Bann. Der Mythos ist nach wie vor präsent.“

„Krabat“ basiert auf einer sorbischen Sage, die in der Lausitz des 17. Jahrhunderts, in der Gegend von Hoyerswerda spielt. Zusammen mit einem Location Scout war die Produktion auf der Suche nach einer Landschaft, die ursprünglich und unverändert geblieben war und als Kulisse für KRABAT dienen konnte. Da in der Lausitz kein Drehort zu finden war, der diesen Kriterien entsprach, war man in ganz Europa unterwegs, um eine geeignete Location zu finden. Fündig wurde man schließlich in Rumänien, in den Karpaten. Uli Putz erklärt:

„Wir drehen mitten in den Bergen, wo man von unberührter Natur umgeben ist. Das ist wunderschön, bedeutet aber auch schwierige Bedingungen, da kaum Infrastruktur vorhanden und der Aufwand für die Produktion daher viel größer ist.“

Eine wichtige Rolle für die Wirkung des Films wird auch die Farbgebung spielen. Da KRABAT in allen Jahreszeiten spielt, werden die Farben sich zwischen dem knalligen Grün der Sommerwiesen und dem Grau des matschigen Winterschmutzes bewegen. Jakob Claussen erzählt:

„Auch die Charaktere der einzelnen Rollen werden durch die Farbgebung unterstrichen. Die Schauspieler sind nicht nur in Sackleinen gekleidet. Jede Figur bekommt eine eigene Farbe zugeordnet.“

Eine entscheidende Rolle bei KRABAT spielt natürlich die Besetzung. Die Darsteller wurden in einem aufwändigen Prozess zusammen mit der Casting-Agentin An Dorthe Braker besetzt. Besonders die Wahl der Schauspieler für die zwölf Müllersburschen war schwierig. Jeder einzelne musste in der Lage sein, sofort einen bleibenden, individuellen Eindruck zu hinterlassen. Jeder einzelne musste aber auch ins Ensemble passen. Thomas Wöbke sagt:

„Ich glaube, wir haben einen wundervollen Cast für KRABAT gefunden. Ich bin froh, dass wir erstmals mit Daniel Brühl zusammen arbeiten und dass wir David Kross aus KNALLHART verpflichten konnten. Und ich bin froh, dass wir nach SOMMERSTURM wieder mit Robert Stadlober arbeiten können.“

Filmografische Daten

  • Komponist: Niki Reiser
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • DVD-Start (BRD): 27. März 2009 [Twentieth Century Fox Home Entertainment]
  • Spieldauer: 115 Minuten

DVD-Ausstattung

  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9

Netmarks

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Autor:
Publisher: Twentieth Century Fox Home Entert. ()
Binding: Blu-ray, pages

Starttermine

DVD-Start (BRD): 
Freitag, 27. März 2009
BD-Start (BRD): 
Freitag, 27. März 2009
Kinostart (BRD): 
Donnerstag, 9. Oktober 2008
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