Shooter (USA 2007)

Shooter ist ein US-amerikanischer Action-Thriller von Antoine Fuqua aus dem Jahr 2007. In den Hauptrollen spielen Mark Wahlberg, Michael Peña, Danny Glover und Kate Mara.

Der ehemalige Marine-Scout-Scharfschütze Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) soll dabei helfen, einen Anschlag auf den US-Präsidenten zu vereiteln, doch das Unfassbare passiert: Er wird reingelegt und selbst des Anschlagsversuchs beschuldigt. Fest entschlossen, seine Unschuld zu beweisen, flieht der Scharfschütze vor allen Strafverfolgungsbehörden des Landes und vor einer geheimen Organisation, die seinen Tod will...

Der Film basiert auf dem Roman Point of Impact von Stephen Hunter aus dem Jahr 1993.

Der Film erreichte bei den IMDb-Ratings eine überdurchschnittlich gute Bewertung von 7,2 von 10 bei 25.214 abgegebenen Stimmen (Stand: Spetember 2007).

Literatur

  • Philipp Schulze: "Shooter" (DVD/Action), in: Cinema 10/2007, S. 98.

Netmarks

Filmrezensionen und -kritiken:

Rezensionen, Kritiken und Meinungen
Sil sagte vor 5 Jahre 39 Wochen:

Actionfilme, die als Filmadaptationen von Romanen entstanden, neigen häufig zu undurchsichtigen Handlungsgeflechten und Langatmigkeit; nicht so Shooter. Geradlinig wird eine klassische Rachegeschichte erzählt: Ein Marine wird auf einer Mission als "ersetzbar" eingestuft und im Feindesland; sein Partner kommt dabei ums Leben; zurück in der Heimat zieht er sich verbittert in die Isolation zurück, wird jedoch von einer erneuten Mission überzeugt und erneut betrogen; diesmal nimmt er Rache mit den Instrumenten der Selbstjustiz.

Diese Geschichte hat man bereits etliche Male gesehen, und Shooter gehört zu den durchweg gelungenen filmischen Umsetzungen dieses Motivs. Das ändert jedoch nichts an der Grundanlage des Materials, die platt und klischeehaft ausfällt: Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) ist ein Bilderbuch-Soldat, und seine Gegner, angeführt von Colonel Isaac Johnson (Danny Glover) und Senator Charles F. Meachum (Ned Beatty) sind Bilderbuch-Bösewichte, die ebensogut als übermächtige Hintergrund-Drahtzieher mit Mystery-Touch in Akte X auftauchen könnten. Mit Realpolitik haben solche Verschwörungstheorien vermutlich wenig zu tun.

Klischeehaft fällt auch die psychologische Zeichnung der Gutmenschen Swagger, des FBI-Agenten Nick Memphis (Michael Peña) und der Witwe Sarah Fenn (Kate Mara) aus, deren Charaktere keinerlei Tiefe gewinnen.

Die dritte Klischee-Ebene schließlich bildet der Lösungsvorschlag des Films zum Umgang mit korrupten Ränkeschmieden: Swagger wird immer wieder von seinen Vorgesetzten enttäuscht und betrogen, und schließlich kapituliert selbst der Staatsanwalt General Russert (Brian Markinson) - wohl die Personifikation des Gesetzes - vor dem Konglomerat der Verschwörer. Swaggers Lösung: Er räumt in Selbstjustiz in bester Rambo-Manier auf. Dass wenige Minuten vor dem explosiven Showdown noch gesagt wurde, dass einzelne Personen in der Verschwörung keine Rolle spielen und durch neue Akteure ersetzt werden, lässt diese Scheinlösung noch bornierter erscheinen - man hat nicht einmal das Gefühl, die Fieslinge seien nun mit Stumpf und Stiel ausgerottet, sondern man weiß, dass das Spiel in gewohnter Manier fortgesetzt werden wird. Das hinterlässt einen doppelt schalen Geschmack.

Allerdings zeichnen sich wohl nur die wenigsten Action-Filme durch geistreiche Handlungskonstruktion und psychologischen Tiefgang der Akteure aus; jenseits des zweifelhaften ideologischen Subtextes gibt es wenig an Shooter auszusetzen.

Die Ein-Mann-Armee Mark Wahlberg empfiehlt sich als blutüberströmter Bruce-Willis-Nachfolger, Kamerarbeit und Filmmusik sind einwandfrei, die zahlreichen Action-Sequenzen fesseln. Was jedoch fehlt, ist die augenzwinkernde Selbstironie der großen Action-Filme aus den 1980er und 1990er Jahren - aber das war auch eine andere Zeit.

Als Unterhaltungsfilm bietet Shooter gehobene Schauwerte und ist für Zuschauer, die bereit sind, ihr Hirn an der sprichwörtlichen Garderobe abzugeben, durchweg sehenswert. Wer allerdings intelligentes Action-Kino à la Bourne Idenity erwartet, dürfte eher enttäuscht werden.

Antoine Fuquas Filmadapation bietet hochkarätiges Actionkino in Reinform; die komplexe Romanhandlung des 500-Seiten-Schmökers wird dabei relativ stringent auf zwei Kinostunden eingedampft. Wahrscheinlichkeit und Plausibilität bleiben dabei natürlich auf der Strecke, aber das gehört ja schon fast zu den Merkmalen dieses Filmgenres. Leichte Abstriche sind wegen allzu drastischer Selbstjustiz-Ideologie zu verzeichnen, ansonsten durchweg sehenswert.

7

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