Tal der Wölfe (Türkei 2006)

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Tal der Wölfe (Originaltitel: Kurtlar vadisi – Irak; Synonymtitel: Valley of the Wolves: Iraq) ist ein türkischer Kriegsfilm von Serdar Akar. In den Hauptrollen spielen Necati Sasmaz, Billy Zane und Gary Busey; produziert wurde der Film von Raci ?a?maz.

Tal der Wölfe rief in Deutschland intensive Debatten hervor; die FSK entzog der türkischen Großproduktion zunächst die Jugendfreigabe, der Vertrieb Maxximum erhob jedoch Widerspruch und erreichte eine Freigabe ab 16 Jahren; nach andauernder Diskussion wurde dem Film die Jugendfreigabe schließlich wieder entzogen – zu recht, wie wir finden.

Der mit außergewöhnlichem finanziellen Aufwand von rund 10 Millionen US-Dollar – es soll der teuerste türkische Film aller Zeiten sein – produzierte antiamerikanische Propagandafilm erreichte bei den IMDb-Ratings eine leicht überdurchschnittliche Bewertung von 6,0 von 10 bei 3.920 abgegebenen Stimmen (Stand: Januar 2007).

Der Film spiele in der Türkei 22,1 Millionen US-Dollar und in Europa weitere 2,8 Millionen US-Dollar ein [1].

Laufzeit: ca. 118 Minuten
FSK: Keine Jugendfreigabe (FSK-18)

Premiere: 31. Januar 2006
Kinostart (BRD): 9. Februar 2006 [Maxximum Film und Kunst]
DVD-Start (BRD): 26. Januar 2007 [Koch Media Deutschland]

Bildformat: PAL, 16:9, Color
Tonformat und Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch

Regionalcode: k.A.
Kopierschutz: k.A.

Handlung

Aufhänger des Films ist eine authentische Begebenheit: „The Hood Event – der Fall mit den Kapuzen“ – Am 4.Juli 2003 kamen die amerikanischen Soldaten zum geheimen Quartier der türkischen Einsatzkräfte im Irak. Obwohl die türkischen Soldaten behaupten, dies wäre ein normaler Besuch der Alliierten, werden sie vor den Augen der einheimischen Menschen vollkommen erniedrigt mit Kapuzen auf dem Kopf brutalerweise deportiert. Da Amerika die einzige Macht der Region sein möchte, gibt es keinen Platz mehr für die Türken oder anderen Alliierten in der Gegend.

Für den ersten Offizier der Abteilung, Leutnant Süleyman Aslan, ist diese unwürdige Behandlung und die Beleidigung der Ehre der türkischen Armee einfach zu viel. Er schreibt an seinen besten Freund, den Geheimagenten Polat Alemdar, einen Brief und begeht Selbstmord. Mit seinen besten Männern reist Polat Alemdar in den Irak, um die Hintergründe dieses erniedrigenden Falles zu erforschen.

Doch im Nordirak erwartet sie eine Verwüstung jenseits aller Vorstellungskräfte. Ein zerstörtes Land, dessen Werte, Menschen und Geschichte vollkommen vernichtet sind. Dennoch gibt es einen Mann, der sich aus dieser Vernichtung ein Vermögen schafft: Sam William Marschall, der auch für den „Kapuzenfall“ verantwortlich ist. Wird es Polat gelingen, diesen Mann zu stoppen, bevor er ein Land vollkommen zur Verwüstung verdammt?

Rezension

Tal der Wölfe zeichnet platte Charakterisierungen: Die US-amerikanischen Einsatztruppen bestehen überwiegend aus schießwütigen Irren vom Bautyp "Rambo – wer die Soldaten an ihren offziellen Auftrag erinnert, wird einfach über den Haufen geschossen.

Die US-Soldaten erschießen gerne kleine Kinder und ballern auf Hochzeitsfesten herum, deren Gäste pauschal als Terroristen interniert werden. Abu Ghraib ist ein KZ-artiges Internierungslager, in dem unmenschliche Demütigungen und wilde Folterorgienden praktiziert werden; den Überlebenden Gefangenen werden von einem jüdisch-amerikanischen Arzt (Gary Busey) Organe entnommen, die an Bestimmungen in den USA und Israel versandt werden.
Natürlich erschießen die US-Soldaten auch nach Belieben Zivilisten.

Das Argumentationsniveau ist also denkbar platt; der Drehbuchautor des Films, Bahadir Ozdener, behauptet jedoch, etwa 60 bis 70 Prozent der geschilderten Szenen beruhe auf authentischen Ereignissen. Tatsächlich findet sich in vielen Momenten des Films ein Echo tatsächlicher Ereignisse und Kriegsverbrechen – vieles davon ist jedoch umstritten, so beispielsweise der Vorwurf der Organentnahme bei Kriegsgefangenen [2], oder schliechtweg aus dem Kontet gerissen.

Unstrittig ist dagegen wohl, dass Tal der Wölfe starke rassistische, nationalistische, antiamerikanische und antiisraelische Züge enthält. Außergewöhnlich sind solche Ressentiments jedoch nicht, auch in den USA wurden Filme mit ähnlichem Argumentationsstil produziert, so beispielsweise der antikommunistische Hetzfilm Die rote Flut (USA 1984); ungewöhnlich ist allein die Rollenverteilung – und die dürfte einfach nur Ausdruck eines wachsenden Unwohlseins großter Teile der Weltbevölkerung mit dem unzivilisierten Auftreten der USA und deren Wunsch-Rolle als 'Weltpolizei' sein.

Als Kaschierstrategie tritt in Tal der Wölfe ein muslimischer Sheich in Erscheinung, der ein zahnloses Plädoyer gegen Selbstmordattentate liefert; das kann nicht überzeugen, da es ja eben zahlreiche islamische Fatwen gibt, die Selbstmordattentate durchaus gutheißen. Demgegenüber liefern sich beide Seiten – die arabische und die US-amerikanische – permanente Scharmützel, auf deren Ursachen der Film nicht eingeht. Das alles hinterlässt einen mehr als schalen Beigeschmack, die Argumentation des Filmes erscheint nicht nur platt und oberflächlich, sondern auch grob verzerrend.

Ausgesprochen bedenklich ist, dass es mittlerweile möglich ist, ausgerechnet einen solchen Film mit so hohem finanziellen Aufwand zu produzieren und erfolgreich weltweit zu vermarkten.

Siehe auch

Filme mit ähnlicher Thematik:
The Road to Guantanamo

Ähnliche Filme:
Die rote Flut - antikommunistischer Propagandafilm aus den USA mit ähnlichem Argumentationsstil, aber entkoppekt von jeglicher faktischer Grundlage

Netmarks

IMDb
Offizielle Website
Wikipedia

Bezugsmöglichkeit

Image of Tal der Wölfe (2 DVDs)
Regie: Serdar Akar
Darsteller: Gary Busey, Billy Zane, Necati Sasmaz
Bewertung: Freigegeben ab 18 Jahren