Am 12. Februar findet in der Alten Oper in Frankfurt die Weltpremiere der restaurierten Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung von Fritz Langs ›Metropolis‹ statt. Nach mehr als 83 Jahren kehrt der legendäre Stummfilmklassiker mit verloren geglaubten, erst 2008 wieder entdeckten Szenen, auf die Kinoleinwand zurück.
An der Entdeckung der fehlenden Szenen des Meisterwerks von 1927 hatte das ZEITmagazin seinen besonderen Anteil: Bei einem Abendessen in Buenos Aires erfuhr die ZEITmagazin-Autorin Karen Naundorf vor zwei Jahren von der sensationellen Entdeckung im Museo del Cine Pablo Ducrós Hicken: Eine seit 80 Jahren verschollen geglaubte Langfassung des Films Metropolis lagerte im Archiv des kleinen Museums.
Erste Einschätzungen von Experten ermutigten die Museums-Direktorin, Kontakt nach Deutschland aufzunehmen. Das ZEITmagazin begleitete die entscheidende Sichtung des Sensationsfundes durch mehrere Filmhistoriker und Fritz-Lang-Experten - und widmete der Entdeckung eine ganze Ausgabe im Sommer 2008. Inzwischen wurde das filmische Meisterwerk aufwendig restauriert.
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Das Phantom der Oper ist ein Stummfilm von Rupert Julian aus dem Jahr 1925. Der Film basiert auf einem Roman von Gaston Leroux aus dem Jahr 1910.
Die Pariser Oper. Ein mysteriöses Phantom droht den neuen Direktoren der berühmten Musikbühne mit einer bevorstehenden Katastrophe, sollte nicht die junge Sängerin Christine Daaé, die Zweitbesetzung der Hauptdarstellerin, deren Part übernehmen. Als die Drohung verhallt, hält das Phantom Wort und verschleppt die junge Frau in sein tief unter der Opernbühne verborgenes Versteck. Der Viscount Raoul Chagny, Christines Geliebter, setzt alles daran, sie aus den Fängen des Phantoms zu befreien.
Lobster Films restaurierte den Aufsehen erregenden Schauerfilm unter Mitwirkung der Cinémathèque Française. Die vorliegende Fassung auf DVD entstammt einer 35 mm Kopie und enthält unveröffentlichte Szenen in Farbe. Die Originalfilmmusik interpretierte Komponist und Dirigent Gabriel Thiboaudeau neu für diese Bearbeitung.
Der Stummfilm Der Todeskuss (Dödskyssen, 1916) galt lange als verschollen, angeblich vernichtet bei einem Brand, dem viele Filme von Victor Sjöström zum Opfer gefallen sind. Die DVD präsentiert die restaurierte Version des Fragments mit der neuen Musik von Matti Bye. Aus der Perspektive von drei Personen erzählt Sjöström den Mord an Dr. Monro und führt damit das Publikum in ein Labyrinth unterschiedlicher Betrachtungen.
Victor Sjöströms Stummfilm Der Fuhrmann des Todes (Körkarlen, 1920) basiert auf einer Erzählung von Selma Lagerlöf, die sich auf eine uralte schwedische Legende bezieht. Sie erzählt vom Fuhrmann des Todes , der als letzter Verstorbener ein Jahr lang die Seelen der Toten einsammeln muss. Sjöström übernimmt die Motive der Legende und projiziert diese auf das schwedische Arbeitermilieu seiner Zeit. Dabei entstand ein Film, der gleichermaßen durch seine realistische Charakterzeichnung wie auch durch seine schwerelose mystische Atmosphäre besticht.
Das Stummfilmkino hielt dafür geradezu visionäre Formen bereit, ja war das Medium für diesen Stoff schlechthin: Dank seiner damals schon ausgereiften Kameratechnik und Lichtsetzung, des Einsatzes von Mehrfachbelichtungen und einer perfekten Montage schwebt der Film zwischen Traum und Wirklichkeit − kein Wunder, dass er als Sjöströms Meisterwerk und Ingmar Bergmans persönlicher Lieblingsfilm gilt.
Johan ist ein Film von Mauritz Stiller aus dem Jahr 1921.
Henri Langlois, Mitbegründer der Cinémathèque Française, betrachtete JOHAN als einen der drei wichtigsten Filme, die als verschollen galten. Jetzt liegt die restaurierte, originalgetreu viragierte Fassung mit der neuen Musik von Alexander Popov erstmals auf DVD vor.
Der Bauer Johan heiratete, gegen den Willen seiner Mutter, die scheue Marit, die als Magd auf dem Hof arbeitet. Eines Tages taucht ein Fremder auf, der Marit früher schon Avancen gemacht hat. Marit wehrt sich zunächst gegen sein Liebeswerben. Doch schließlich gibt sie nach. Ihre Flucht führt sie über reißende Stromschnellen. Johan folgt seiner Frau, um sie dem vermeintlichen Entführer zu entreißen... Der Film von Mauritz Stiller ist die erste von bisher vier filmischen Adaptationen des Romans Juha (1911) von Juhani Aho – einem modernen Klassiker der finnischen Literatur.
Kaurismäkis Variante unterzieht den Plot, wie schon in seinen früheren Literaturadaptionen, einer zeitlichen Aktualisierung. In der Romanfassung spielt die Handlung nach der finnischen Hungersnot der Jahre 1867/68. Kaurismäki überträgt sie ins Finnland der 1950er Jahre. Nicht nur aus dieser Transformation ergibt sich ein äußerst eigenwilliges Spannungsfeld der Zeitbezüge: Kaurismäki realisiert im Jahr 1999 einen Film, der in den späten 1950ern spielt, sich aber der filmischen Konventionen der Stummfilmzeit der 1920er verschreibt.
Sturm über Asien (Originaltitel: Потомок Чингис-Хана; Potomok Tschingis-Chana; Synonymtitel: Storm Over Asia, The Heir to Genghis Khan [en]; Tempête sur l'Asie [fr]; Tempeste sull'Asia [it]) ist ein Stummfilm von Vsevolod Pudovkin [= Wsewolod Illarionowitsch Pudowkin; Всеволод Илларионович Пудовкин]. In den Hauptrollen spielen Valéry Inkijinoff, I. Dedintsev, Aleksandr Chistyakov und Viktor Tsoppi.
Ein mongolischer Landmann schließt sich während des Bürgerkriegs in Russland den Partisanen an, wird von britischen Interventionstruppen zunächst zum Tode verurteilt und später als angeblicher Nachkomme Dschingis Khans dazu benutzt, ein neues Kaiserreich auszurufen.
Im letzten Teil seiner ›Revolutionstrilogie‹ führt Pudovkin nach Die Mutter (1926) und Die letzten Tage von Sankt Petersburg (1928) in Sturm über Asien die Entwicklung des revolutionären Bewusstseins an einem Menschen vor, der noch ganz der Natur verhaftet ist und daraus seine Kraft und seinen Instinkt für gesellschaftliches Unrecht bezieht.
Seit 80 Jahren gilt die Originalfassung von Fritz Langs ›Metropolis‹ als verschollen. Das ZEITmagazin zeigt in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe erstmals ausführlich die fehlenden Szenen des Meisterwerks aus dem Jahr 1927 und berichtet exklusiv darüber, wie der Film im Archiv des Museums Museo del Cine in Buenos Aires aufgespürt wurde. Durch die Neu-Entdeckung werden Schlüsselszenen des Stummfilms verständlich, Nebenfiguren bekommen nun eine tragende Rolle.
Rainer Rother, Leiter der Deutschen Kinemathek in Berlin und der ›Retrospektive‹-Reihe der Berlinale, hat die Szenen für das ZEITmagazin begutachtet und kommt zu dem Schluss: "Metropolis, Fritz Langs berühmtester Film, kann neu gesehen werden". Für ihn stellt der Fund eine "sensationelle Entdeckung" dar.
Prof. Martin Koerber, Restaurator der bislang bekannten Fassung von "Metropolis", der die Szenen ebenfalls begutachtete, bestätigt wie Rainer Rother die Authentizität des Materials. Er fügt hinzu: "Egal wie schlecht der Zustand des Materials sein mag, wird jetzt auch für den normalen Zuschauer die ursprüngliche Intention des Films mit allen Nebenfiguren und Nebenhandlungen wieder erfahrbar. Der Rhythmus des Films wird wieder hergestellt".