Chronologie der Virtuellen Realität
Erstellt: 25-Sep-2005
Chronologie der Virtuellen Realität in Literatur und Film:
| 380 v. Chr. | Platons Höhlengleichnis: | »Was, wenn unsere wahrgenommene Umwelt nur ein Schatten einer höheren Realität ist?« |
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| 1641 | Reflexionen über die Grundlagen der Philosophie (Descartes): | »Sinne liefern keine grundlegenden Erkenntnisse« - Rationalismus. |
| 1964 | Simulacron-3 (Daniel F. Galouye) | »Beim Erschaffen und Besichtigen einer virtuellen Welt öffnet sich ein Weg in die Welt die unsere Welt virtuell erschaffen hat«. Zuletzt verfilmt als The 13th Floor (BRD/USA 1999). |
| 1982 | Tron (USA/Taiwan 1982) | Die Disney-Produktion Tron von Regisseur Steven Lisberger mischt die »virtuelle« Realität eines Computerspiels mit der physikalischen Realität und der eines die Virtualität kontrolliereneden Master Control Programs. Der Film prägte Vorstellungen über eine virtuelle Realität und das Gefangensein im Computer; naheliegenderweise wurde das Thema auch als Videospiel kommerziell ausgeschlachtet (Bally Midway, 1982; 1994). |
| 1983 | War Games (War Games - Kriegsspiele; USA 1983) | In John Badhams Spielfilm löst der jugenliche Hacker David Lightman (Matthew Broderick) versehentlich - beinahe - einen Atomkrieg durch Manipulation des NORAD-Mainframes W.O.P.R. aus: Der Computer kann nicht zwischen seiner simulierten und der physikalischen »Realität« unterscheiden. |
| 1984 | Neuromancer (William Gibson) | Der Roman Neuromancer gilt als Grundlage des Cyberpunk und Cyberspace mit Direktverbindung zum Gehirn. |
| 1985 | Brazil (Großbritannien 1985) | Terry Gilliams Brazil spielt mit alternativen Realitäten und kollektiven Halluzinationen: »It's only a state of mind« und »We're all in it together« (Werbezeile). |
| 1986 ff. | Star Trek: The Next Generation (ST:TNG; Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert; USA 1987-1994) | Gene Roddenberrys erfolgreiche Science-fiction-Fernsehserie ST:TNG zeigt mit dem »Holodeck« virtuelle Räume, die eine seh-, hör- und fühlbare virtuelle Realität um die Betrachter herum erzeugen. Oft wissen Menschen oder künstliche Intelligenzen nicht, dass sie in einer virtuellen Welt sind, gelegentlich verlieben sich sogar »reale« Menschen in synthetische Holodeck-Charaktäre. |
| 1988 ff. | Red Dwarf (Großbritannien 1988 ff.) | Britische Sitcom mit VR-Elementen und einem Parallel Universe. |
| Who Framed Roger Rabbit (Falsches Spiel mit Roger Rabbit; USA 1988) | US-amerikanischer Spielfilm von Robert Zemeckis, der reale Darsteller mit Cartoon-Charaktären aus den Walt-Disney- und Warner-Bros.- Universen mischt. Eddie Valiant (Bob Hoskins) gelangt in die Zeichentrick-Realität der Toons und interagiert mit Cartoon-Charaktären. | |
| 1991 | Foundation-Zyklus (Isaac Asimov) | Holographische Räume zur Entspannung und Regeneration (u.a. Toiletten). |
| 1991 | Snow Crash (Neal Stephenson) | Postmoderne Cyberpunk Satire. |
| 1992 | The Lawnmower Man (Der Rasenmähermann; Großbritannien/USA/Japan 1992) | VR-Thriller von Brett Leonard nach einem Roman von Stephen King, in dem Dr. Lawrence Angelo (Pierce Brosnan) in einer virtuellen Realität gegen einen menschenmordenden, virtuellen Bösewicht antritt. |
| 1994 | Last Resort (Sam und Dave - Zwei Ballermänner auf Tauchstation; USA 1994) | Komödie von Rafal Zielinski aus der National-Lampoon-Serie, in der Realität mit virtueller Realität vermischt wird. |
| 1995 | Virtual Seduction (Virtual Matrix - Die tödliche Illusion; USA 1995) | In der Fernsehproduktion von Paul Ziller verfällt Liam Bass (Jeff Fahey) einem VR-Spiel, das seine ermordete Freundin virtuell auferstehen ließ. |
| Strange Days (USA 1995) | In Kathryn Bigelows Science-fiction-Thriller wird die erlebte Realität von Menschen aufzeichen- und reproduzierbar; der Handel mit diesen VR-Clips mit hohem Suchtpotenzial ist zwar illegal, es existiert jedoch ein florierender Schwarzmarkt, insbesondere mit Aufzeichnungen von realen Morden und Vergewaltigungen, die über die VR-Technik erleb- und nachfühlbar gemacht werden - sowohl aus der Perspektive des Opfers als auch aus der des Täters. | |
| 1995 ff. | Star Trek: Voyager (ST:VOY; Star Trek - Raumschiff Voyager; USA 1995-2001) | In dem Spin-off von Gene Roddenberrys erfolgreiche Science-fiction-Fernsehserie Star Trek wird die Idee des Holodecks weitergesponnen: Das medizinische Notfallprogramm wird zum virtuell-realen »The Doctor« (Robert Picardo), der nicht nur Bewegungsfreiheit außerhalb des Holodecks, sondern auch eine eigene individuelle Persönlichkeit erlangt – er bleibt jedoch immer abschalt- und beschädigbar, ist also potenziell ebenso fragil und sterblich wie biologische Lebensformen. |
| 1998 | The Truman Show (Die Truman Show; USA 1998) | Reality-Show-Satire von Peter Weir, in der eine physikalische Welt unter einer riesigen Kuppel nur für die Hauptfigur Truman -sic!- Burbank (Jim Carrey) geschaffen wurde; Trumans Leben wird ohne dessen Wissen gefilmt und im Fernsehen in der »Truman Show«, einem lebenslangen Reality-TV-Programm, gesendet. Im Verlauf des Films bekommt Truman Zweifel an der »Wirklichkeit« seiner Umgebung. |
| 1999 | The Matrix (Matrix; USA 1999) | In dem Science-fiction-Thriller der Brüder Andy und Larry Wachowski brechen von Maschinen gezüchtete Menschen aus ihrer virtuellen Realität aus, die nur zu ihrer Kontrolle dient. Die Filmtrilogie wurde 2003 forgesetzt. |
| 1999 | The 13th Floor (Abwärts in die Zukunft; BRD/USA 1999) | Science-fiction-Film von Josef Rusnak, in dem Menschen in einer virtuellen Welt eine zweite virtuelle Umgebung aufbauen, bevor ihnen die eigene Virtualität bewusst wird. |
| eXistenZ (Kanada/Großbritannien/Frankreich 1999) | Science-fiction-/Mystery-Film von David Cronenberg, der mit verschiedenen Wahrnehmungsebenen spielt und gleichzeitig die Übergänge zwischen VR und Wirkungen von Halluzinogenen, Psychotomimetika, Stimulantia und ähnlichen illustriert. | |
| 2001 | Spy Kids (USA 2001) | Jugendfreie Action von Robert Rodriguez mit VR-Elementen. Spy Kids war übrigens auch Rodriguez' bisher letzter Film, der auf Film gedreht wurde: Während der Postproduktion auf George Lucas' Skywalker Ranch lernte er das Filmemachen mit High-Definition-Technik kennen und arbeitet seitdem ausschließlich digital. |
| Virtual Girl 2: Virtual Vegas (USA 2001) | In der für die Videoauswertung produzierten Softsex-Produktion von Richard Gabai entwickeln zwei Software-Designer ein Programm, mit dem willige Partner in einer virtuellen Realität »Sexkapaden«, also keimfreie Seitensprünge, erleben können. | |
| 2001 | Digimon (USA/Japan, um 2001) | Anime-Kinderserie und -Film von Mamoru und Minoru Hosoda, die fast komplett in einer virtuellen Welt spielt; die Multimediareihe wird crossmedial von Bandai als Fernsehserie, Anime und Videospiel vermarktet. |
| 2002 | .hack//SIGN (Japan 2002) | Anime-Fernseh- und Multimediaserie des Unternehmens Bandai; in der Fernsehserie führte Kôichi Mashimo Regie. Die Multimediareihe umfasst weitere Animes (.hack//Liminality, .hack//GIFT), Mangas (.hack//DUSK) und Videospiele (.hack//Infection, .hack//Mutation, .hack//Outbreak, .hack//Quarantine); das .hack-Spiel The World wird auch als MMORPG (Massive Multiplayer Online Roleplaying Game) genutzt. |
| 2003 | The Matrix Reloaded (Matrix Reloaded; USA 2003) | Fortsetzung der Science-fiction-Trilogie der Brüder Andy und Larry Wachowski; den in einer virtuellen Realität gefangenen Menschen gelingt eine »Revolution« gegen die sie beherrschenden Mschinen. |
| The Matrix Revolutions (Matrix Revolutions; USA 2003) | ||
| 2004 | The Final Cut (The final Cut - Dein Tod ist erst der Anfang; Kanada/ BRD 2004) | In Omar Naims Science-fiction-Thriller ist die erlebte Realität eines Menschen – ähnlich wie bereits in Strange Days (USA 1995) – filmisch aufzeichenbar; die audiovisuellen Erlebnisse werden mit einem implantierten Chip direkt aus dem Hirn abgegriffen. Spezialisierte Cutter wie Alan W. Hakman -sic- (Robin Williams) schneiden aus den Aufzeichnungen des Lebens Verstorbener anhand dieser Aufzeichnungen einen Final Cut zusammen und erhalten so die Macht über das, was von den Verstorbenen erinnert wird. In ihren Final Cuts produzieren die Cutter eine virtuelle Realität für die Hinterbliebenen, die mit der »Wirklichkeit« nichts mehr zu tun hat. |





